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FAQ – Frequently asked questions
Häufige Fragen und Antworten zu Psychotherapie nach Heilpraktikergesetz, Systemischer Beratung und Gesundheitscoaching

FAQ – Häufig gestellte Fragen
Psychotherapie ist die Behandlung psychischer Erkrankungen und Beschwerden mit gezielten therapeutischen Methoden. Ziel ist es, seelisches Leiden zu lindern oder zu heilen und die Handlungsfähigkeit im Alltag zu verbessern oder wiederherzustellen. Es gibt verschiedene Formen der Psychotherapie. Sie arbeiten auf unterschiedliche Weise daran, Probleme zu erkennen und zu behandeln, die zur Entstehung oder Aufrechterhaltung psychischer Störungen beitragen. Dazu zählen unter anderem verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische und systemische Verfahren sowie weitere Ansätze aus dem humanistischen Bereich.
In der kassenärztlichen Versorgung dürfen ausschließlich sogenannte Richtlinienverfahren eingesetzt werden. Diese sind wissenschaftlich geprüft und von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Daneben gibt es weitere therapeutische Verfahren, die nicht Teil der kassenärztlichen Versorgung sind und in anderen Kontexten angewendet werden.
Welche Methoden eingesetzt werden, hängt unter anderem vom Setting, der Ausbildung der behandelnden Person und der individuellen Situation ab.
Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz bezeichnet die rechtlich geregelte Ausübung psychotherapeutischer Heilkunde auf Grundlage einer staatlichen Erlaubnis, die nach einer Überprüfung durch das zuständige Gesundheitsamt erteilt wird. Sie ist Teil der psychotherapeutischen Versorgung außerhalb der kassenärztlichen Regelversorgung und erfolgt in der Regel auf Selbstzahlerbasis.
Im Unterschied zur kassenärztlichen Versorgung besteht keine Bindung an die sogenannten Richtlinienverfahren. Dadurch können therapeutische Methoden individueller kombiniert und an die jeweilige Situation angepasst werden.
Der Tätigkeitsbereich umfasst insbesondere die Behandlung psychischer Beschwerden und Belastungen. Bei schweren psychischen Erkrankungen ist in der Regel eine fachärztliche oder kassenpsychotherapeutische Behandlung angezeigt; eine Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen kann in solchen Fällen sinnvoll sein.
Die verschiedenen Berufsbezeichnungen unterscheiden sich in Ausbildung, Tätigkeit und rechtlichem Rahmen:
Psychiater:
Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie behandeln insbesondere schwerere psychische Erkrankungen (z.B. Schizophrenie) und können als Ärzte Medikamente verordnen.
Psychologische Psychotherapeuten:
Sie verfügen über ein abgeschlossenes Psychologiestudium und eine mehrjährige, staatlich anerkannte Ausbildung mit Approbation. Die Behandlung erfolgt in der Regel im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung nach festgelegten Richtlinienverfahren.
Heilpraktiker für Psychotherapie:
Sie verfügen über eine staatliche Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie, die nach einer Überprüfung durch das Gesundheitsamt erteilt wird. Die Behandlung erfolgt in der Regel auf Selbstzahlerbasis und außerhalb der kassenärztlichen Versorgung (Erstattung möglich bei privaten Krankenkassen).
Psychologen:
Absolventen eines Psychologiestudiums (Master oder Diplom). Ohne therapeutische Zulassung führen sie keine Heilbehandlung psychischer Erkrankungen durch, können jedoch beratend tätig sein.
Eine psychotherapeutische Behandlung auf Selbstzahlerbasis kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein:
Vertraulichkeit:
Da keine Abrechnung über die gesetzliche Krankenkasse erfolgt, wird keine Diagnose an die Krankenkasse übermittelt. Dies kann beispielsweise bei Verbeamtung oder beim Abschluss bestimmter Versicherungen eine Rolle spielen.
Zeitnahe Unterstützung:
Während Wartezeiten auf einen kassenärztlichen Therapieplatz mehrere Monate betragen können, ist in einer Privatpraxis häufig ein kurzfristiger Beginn möglich.
Individuelle Gestaltung:
Die Behandlung ist nicht an ein festgelegtes Richtlinienverfahren der kassenärztlichen Versorgung gebunden und kann methodisch flexibel gestaltet werden. Dabei können – je nach Anliegen – verhaltenstherapeutische und systemische Ansätze miteinander kombiniert und durch präventive Elemente, etwa aus den Bereichen Stressregulation oder Entspannungsverfahren, ergänzt werden.
Überbrückung:
Eine begleitende Unterstützung kann helfen, die Zeit bis zu einem Therapieplatz in der Regelversorgung zu stabilisieren.
Die Bezeichnung ‚Psychotherapie nach Heilpraktikergesetz‘ ist eine rein berufsrechtliche Definition. Sie stellt keine inhaltliche Beschreibung einer bestimmten Therapiemethode dar, sondern bezeichnet die staatliche Erlaubnis, psychische Belastungen eigenständig zu behandeln. Im Unterschied zum sogenannten ‚großen‘ Heilpraktiker ist das Tätigkeitsfeld gesetzlich streng auf das Fachgebiet der Psychotherapie begrenzt. Körperbezogene oder naturheilkundliche Verfahren gehören nicht zum Angebot eines Heilpraktiker für Psychotherapie.
Ich arbeite nach evidenzbasierten und wissenschaftlich anerkannten Verfahren. Grundlage bilden die Systemische Therapie und die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT).
Die Kognitive Verhaltenstherapie setzt an aktuellen Denk- und Verhaltensmustern an und hilft dabei, belastende Gedanken zu erkennen, zu überprüfen und schrittweise zu verändern, um den Umgang mit schwierigen Situationen im Alltag zu verbessern.
Die Systemische Therapie betrachtet Probleme im Zusammenhang mit Beziehungen und dem sozialen Umfeld und richtet den Blick darauf, bestehende Muster zu verstehen sowie neue, hilfreiche Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Ergänzend fließen – je nach Anliegen – auch Elemente aus der Gesundheitsprävention ein, etwa aus den Bereichen Stressregulation, Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson oder alltagsnaher Lebensstilgestaltung.
Das Erstgespräch dient dazu, sich kennenzulernen und das Anliegen, die Ziele und Erwartungen in Ruhe zu besprechen. In einem geschützten Rahmen wird gemeinsam geklärt, worum es aktuell geht und welche Form der Unterstützung – Therapie, Beratung oder Coaching – in der jeweiligen Situation sinnvoll sein kann.
Zudem besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und einen Eindruck von der Arbeitsweise zu gewinnen. Gleichzeitig werden die organisatorischen Rahmenbedingungen besprochen. Das Gespräch bildet die Grundlage, um in Ruhe zu entscheiden, ob eine Zusammenarbeit als passend erlebt wird.
Das Gespräch findet in der Regel telefonisch statt; auf Wunsch ist auch ein Videogespräch möglich.
Ja, neben den Terminen vor Ort in der Praxis gibt es die Möglichkeit, die Fernberatung per Video oder Telefon zu nutzen. Diese Form der Unterstützung ist eine flexible Ergänzung, wenn ein persönlicher Besuch in Deggingen nicht möglich sein sollte – sei es durch eine größere Entfernung oder andere Umstände, die den Weg in die Praxis erschweren. Um höchste Diskretion und Datensicherheit zu gewährleisten, erfolgt die Fernberatung via Videosprechstunde über einen zertifizierten Anbieter für das Gesundheitswesen.
Systemische Gesundheitsberatung ist ein integrativer Ansatz, der Gesundheit im Sinne des biopsychosozialen Modells betrachtet und psychische, körperliche und soziale Faktoren im Zusammenhang berücksichtigt. Dabei fließen Erkenntnisse aus Psychologie und Psychotherapie, systemischer Beratung und Gesundheitswissenschaften zusammen.
Das Konzept basiert auf drei klar unterscheidbaren Bereichen:
Psychotherapie und psychologische Beratung
Hier geht es um die Arbeit an psychischen Belastungen und – im therapeutischen Kontext – auch an behandlungsbedürftigen Störungen. Psychotherapie ist auf die Behandlung psychischer Erkrankungen ausgerichtet, während psychologische Beratung Menschen in belastenden Lebenssituationen unterstützt und ihre Handlungsfähigkeit im Alltag stärkt.
Systemische Beratung
Die systemische Perspektive betrachtet den Menschen als Teil von Beziehungs- und Lebenskontexten wie Familie, Partnerschaft, Beruf und sozialem Umfeld. Im Fokus stehen Wechselwirkungen, Muster und vorhandene Ressourcen.
Gesundheitscoaching / Prävention
Dieser Bereich zielt auf die Förderung und Stabilisierung der Gesundheit. Dazu gehören unter anderem Ernährung, Bewegung, Stressregulation und Strategien zur Stärkung körperlicher und psychischer Belastbarkeit.
In der Systemischen Gesundheitsberatung werden diese drei Perspektiven miteinander verknüpft, ohne sie zu vermischen. Je nach Anliegen kann ein klarer Schwerpunkt auf einem Bereich liegen, während der Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Körper und Lebensumfeld erhalten bleibt.
Die Systemische Gesundheitsberatung stellt keine eigenständige Therapieform dar, sondern beschreibt bewusst die Verbindung etablierter Ansätze aus Psychologie, systemischer Beratung und Gesundheitsprävention. Die therapeutische Basis bildet hierbei die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie nach Heilpraktikergesetz.
Details zu den Schwerpunkten in Therapie, Beratung und Coaching(/beratung-therapie-coaching)
Die fachlichen Grundlagen und weiterführenden Quellen sind am Ende dieser Seite zusammengestellt.
Die Inhalte orientieren sich an anerkannten wissenschaftlichen und fachlichen Grundlagen aus Psychotherapie, Gesundheitswissenschaften und Medizin. Dazu zählen unter anderem:
Biopsychosoziales Modell
Engel, G. L. (1977): Beschreibt Gesundheit und Krankheit als Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren.
Salutogenese
Antonovsky, A. (1997): Fokus auf Entstehung und Erhalt von Gesundheit sowie individuelle Ressourcen.
Systemische Therapie und Beratung
Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie (2008); von Schlippe & Schweitzer (2016): Grundlagen und wissenschaftliche Einordnung systemischer Ansätze.
Allgemeine Wirkfaktoren in der Psychotherapie
Grawe, K. (2004): Zentrale Wirkmechanismen therapeutischer Veränderung.
Gesundheitsdefinition
World Health Organization (1948): Gesundheit als umfassendes körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden.
Rechtlicher Rahmen der Psychotherapie
Psychotherapeutengesetz (PsychThG): Gesetzliche Grundlagen der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland.
Ausbildung und Qualifikation von Psychotherapeuten
Bundespsychotherapeutenkammer: Weiterbildungsordnung und Qualifikationsstandards.
Unterscheidung psychologischer und medizinischer Berufsgruppen
Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V.: Überblick über Unterschiede zwischen Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut.
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